Direkt zum Hauptbereich

 Bewerbungsgespräch Führungspositionen

Man sollte meinen, dass erfahrene Manager nach etlichen Jahren Berufs- und Personalführungserfahrung bei einem Aufeinandertreffen mit der HR-Abteilung des Wunschunternehmens genau wissen, was von ihnen erwartet wird und was gesagt werden soll. Schließlich haben sie während ihrer Karrierelaufbahn zuvor selbst oft mit auf der anderen Seite bei Interviews gesessen. Doch tatsächlich liegt auch genau da oft das Problem: Der Perspektivenwechsel fällt oft schwerer als man denkt, besonders wenn die erfahrenen Bewerber der Generation Babyboomer oder X dabei auf die die derzeit den Arbeitsmarkt dominierende Generation Y treffen.


Mit dem Fokus auf den Bereich Interim habe ich tagtäglich Kontakt zu erfahrenen Top-Managern. Fachlich und intellektuell verfügen sie durch ihre entsprechende Bildung und Karrieresteps demnach über die besten Qualifikationen und Kenntnisse. Auch der EQ jener Personen ist häufig besonders hoch und sie verfügen dadurch über eine unglaubliche Menschenkenntnis. Unerwarteter Weise gestalten sich Bewerbungsgespräche für genau diese Personen oftmals schwierig, da sie dem Personaler nicht auf Augenhöge begegnen. Ich persönlich nenne es die kleine Prise Demut, die den Top-Managern dort fehlt. Es steht ausser Frage, dass die Bewerber über mehr Erfahrung als die jungen HR Damen und Herren verfügen, doch trotzdem erfordert der Kontext des Interviews und die Rolle des Bewerbers nunmal eine situativ entsprechende Demut. Und mit dem Wort Demut meine ich nicht, dass sich jemand in irgendeinem Fall „unterordnen“ muss oder soll, sondern sich offen zeigt auch in dem neuen Unternehmen noch etwas dazu lernen zu können und mitzunehmen und den Fokus nicht nur darauf legt mit seiner Expertise und dem ausgeprägten Know-how zu glänzen.  
Es gilt also, die emotionale Intelligenz und die damit verbundene Empathie und Offenheit auch in diesem Kontext anzuwenden und stets im Fokus zu behalten, um auch Interviews nach langer Berufserfahrung erfolgreich zu meistern. Es ist sicherlich hilfreich sich für eine generationsübergreifende Interaktion zu öffnen und sich unabhängig des Alters auf Augenhöhe  begegnen und jeweils offen für Neues zu sein.